FATLINERS 8B/+

Happy to open Fatliners 8b/+ in Austria …

Zwuckimu ist eine sehr kraftige lässige 8b in Kärnten, weite Züge mit einem 2-Fingerloch in der Crux, gefolgt von einem gnadenlosen Sinter. Kletterei vom Feinsten und eigentlich schade, dass das Ganze „schon“ nach 20 Metern vorbei ist, dachte ich mir!!

Im Gespräch mit unserem guten Freund Marcus Groinig entstand die Idee, die Route zu verlängern und zwar direkt nach dem Stand in die benachbarte 8a+ weiter zu klettern, eine total logische Linie und mit nun 40 Metern Länge richtig spannend und abwechslungsreich. Der Raster beim Zwischenstand erscheint aufs erste besser als er tatsächlich ist und mit der Vorbelastung der knackigen 8b, wird die Ausdauerkletterei im oberen Bereich auch noch recht interessant. Kurz vor dem Umlenker wartet dann zum Abschluss noch eine weitere tricky Schluesselstelle an kleinen Griffen …

Kurz zusammengefasst, es gibt jetzt eine neue Route, eine „fette Linie“, getauft habe ich sie FATLINERS und bewertet mit 8b/+. Vielleicht ist die Route auch einen kleinen Tick schwerer, aber mein Bewertungsvorschlag ist dem Gebiet entsprechend und nach Rücksprache mit einigen anderen Locals passend. Besonders gefreut hat es mich, die Route mit Martina Cufar Potard zu probieren, gemeinsam haben wir uns gegenseitig gepusht. Martina musste dann jedoch leider wieder nach Frankreich zurück, und Hannes und ich hatten eine Urlaubswoche in Kalymnos gebucht. Kurz vor dem Abflug scheiterte ich bereits ganz knapp am Durchstieg, obwohl einige Griffe feucht waren.

In Kalymnos war dann mal richtig erholen angesagt und mit unseren lustigen niederösterreichischen Freunden, sowie der sympatischen Jasper-Family, genossen wir das Urlaubsflair auf der Sonneninsel. Nachmittags baden und vormittags entspannt klettern, was gibt es schöneres ;-). Dabei kletterten wir viele verschiedene Routen, meine Favourites waren Syrtaki Lessons und Kali Diva, beide im Bereich 7c+/8a. Besonders gefreut hats mich in Griechenland meine Schwester und Schwager wiederzusehen …

Retour aus Kalymnos, und einer kleinen Verschnaufpause daheim, gings wieder zurück nach Kärnten, gut erholt und mit frischem Elan, wartete ich auf brauchbare Bedingungen und die hatte ich schliesslich letzten Mittwoch. So habe ich nichts anbrennen lassen und mir den verdienten Durchstieg von FATLINERS gesichert. Danke an unsere Kärntner Freunde fürs Motivieren und allen potentiellen Wiederholern viel Erfolg!!

TOM ET JE RIS 8B+ VERDON

Happy!! The epic Tom et Je Ris 8b+ Verdon is done :-))
60 meters of overhanging tufa limestone about 200 meters above the gorge. Approached by a one hour and twenty-minute hike and then by abseil, the route itself is super exposed, sustained and run-out. Quite the mind-trip. During my first days I felt intimidated. Thankfully the pieces came together and I managed to send this King line a few days ago. A dream came true for me. Enormous thanks to Hannes Raudner-Hiebler, Roger Schaeli, Andrea Polo for great belays and emotional support, to Martina Cufar-Poutard for inspiration with doing classics on the opposite wall and to Bruno Clement for bolting this esthetic route!!

„Tom et je Ris“ ist eine unglaublich schöne 60 Meter lange Route direkt gegenüber vom Aussichtspunkt Belvedere in der Verdonschlucht in Frankreich. Es ist die ästhetischste Sintersäule, die ich jemals gesehen habe, eine absolute King line!
Der Zustieg beträgt eine Stunde und 20 Minuten, die Route selbst erreicht man durch Abseilen. „Tom et Je Ris“ ist extrem ausgesetzt, startet mitten in der Wand, hoch über der Verdon und die Kletterei ist sehr anhaltend. Mit einem Wort: ein Psychotrip!
Dem leicht überhängenden ersten Teil, vorwiegend an kleinen Leisten, folgt eine aussergewöhnliche Sinterkletterei auf fast 40 Metern. Auch wenn die Einzelstellen auf den ersten Blick für diesen Schwierigkeitsgrad nicht ganz so knackig erscheinen, summieren sich die vielen Klettermeter im Verlauf der Route beachtlich, weiters ist die Tour technisch sehr anspruchsvoll. Es ist schwierig sich – einmal oben angekommen – noch an den Anfang der Route zu erinnern, so viele Züge, wie man auf diesen 60 Metern absolvieren muss. Die Sintersäule ist sehr rauh und mehr wie ein, bis maximal zwei Versuche pro Tag sind nicht machbar, denn die Haut an den Fingerspitzen ist rasch durch, auch ist die Audauerbelastung extrem.

Nachdem ich letzten Winter in Oliana die Sinterroute „Humildes Pa Casa“ 8b+ gemeinsam mit Roger Schäli geklettert bin, entstand in mir rasch der Wunsch die bekannteste aller Tufalinien, nämlich „Tom et Je Ris“, zu versuchen. Ich wusste um das Mythos dieser Route und kannte sie von zahlreichen Fotos und Videos. Letzten Frühling war der Andrang auf die Tour jedoch zu groß, also beschloss ich, mein Vorhaben auf Herbst zu verschieben, denn mehr als eine Seilschaft pro Tag verträgt die Route aufgrund der Länge und Logistik nicht. Im September war es schliesslich soweit, gemeinsam mit Andrea Polo, einem guten Kletterer und Freund aus Italien und Hannes seilte ich das erste Mal die 60 luftigen Meter ab. Als eingefleischte Sportkletterin schüchterten mich die extreme Ausgesetztheit und die Run-outs der Route anfangs total ein! Ich war damit beschäftigt, mich an das Ambiente zu gewöhnen. Rasch war ich jedoch von der Schönheit der Tour fasziniert und so sehr auf die Züge konzentriert, dass ich mich immer besser an die neue Herausforderung gewöhnte. Starke Regenfälle beendeten jedoch rasch meine ersten Versuche: der Sinter wurde naß und ich musste mein Vorhaben, die Tour zu punkten, verschieben.

Im Dezember wollte ich mein Abenteuer im Verdon fortsetzen, leider machte mir das schlechte Wetter jedoch erneut einen Strich durch die Rechnung und so flogen wir stattdessen nach Spanien (Oliana). Nach Ostern erreichte mich eine sms von
Bruno Clement, Lokal und Erschliesser von“ Tom et Je Ris“. Er informierte mich, dass die Route nun perfekt trocken sei und ich ins Verdon kommen solle!

Gemeinsam mit Roger Schaeli und Hannes stand ich also Anfang April erneut am Abseiler von „Tom et Je Ris“. Meine Motivation und Freude waren schier grenzenlos, es ist ein echtes Privileg diese Route zu versuchen! Auch ist es immer wieder motivierend mit unserem guten Freund Roger zu klettern. Leider endete gleich einer von Roger’s ersten Versuchen mit einem spektakulären 15 Meter Sturz! Mich hat es durch die Wucht seines Sturzes im Hängestand hart gegen die Wand geschleudert, und ich konnte mich gerade noch mit der linken Hand abstützen, sodass ausser einem blutigen Daumen nichts geschehen ist und Roger sanft und unverletzt im Seil landete. Die darauffolgenden Tage versuchte ich mir, mit einem getapten Daumen, die für diese Route nötige extreme Ausdauer aufzutrainieren. Ich wollte keine Pause einlegen um das gute Wetter zu nützen.

Am Tag meines Durchstieges, einem meiner ersten Klettertage, an dem der Daumen wieder völlig verheilt war, lag eine positive Spannung in der Luft. Beim Abseilen dachte ich gar nicht über Erfolg oder Niederlage nach, ich freute mich einfach nur darauf zu klettern! Nachdem ich bereits ein paar Stellen beim Abseilen zum Aufwärmen geklettert war, startete ich los. Die ersten schweren Zuege gelangen erstaunlich gut, und plötzlich befand ich mich beim ersten Raster. Die nächsten 15 Meter pumpten gewaltig, Sintersäule rechts zangeln, Dropknee, Sintersäule links zangeln … und schliesslich ein Knieklemmer, an dem ich mich gut erholen konnte. Nach all der Anstrengung wurde ich an dieser Stelle sehr nervös, denn zu dem Zeitpunkt wollte ich logischerweise nicht mehr fallen. Glücklicherweise gelang es mir, auch die kleingriffige Schlüsselstelle in der Mitte recht stabil zu klettern. Das Seil wurde immer schwerer und die Beine begannen zu schmerzen. Ich biss die Zähne zusammen und rettete mich bis zum letzten Raster der Tour. Die abschliessenden leichteren Züge zum Top konnte ich auch noch konzentriert klettern, und als ich den Stand klippte, machte sich eine unbeschreibliche Freude breit, das Gefühl ist mit nichts vergleichbar. Ich war gerade diese perfekte Linie geklettert, und hatte mir einen grossen Traum erfüllt!

Mein Dank gilt vorallem Hannes, sowie Roger Schaeli und Andrea Polo, ohne die dieses Abenteuer nicht möglich gewesen wäre, meinen Sponsoren E9, Metolius, Sterling und La Sportiva fuer das beste Material und weiters Martina Cufar, der als erster Frau die Begehung dieser Route gelang, für ihre Inspiration. Am Tag nach meiner Begehung kletterten Martina und ich zum Abschluss unseres Trips, den Mehrseillängen-Klassiker „Fete de Nerfs“, und ich muss gestehen, meine aktuellen Verdon-Erlebnisse haben mir nun so richtig Lust auf weitere luftige Abenteuer gemacht!

EL GRAN BLAU 8b+/c in Oliana

Very happy about my latest performance: El Gran Blau 8b+/c in Oliana!! :-)
El Gran Blau 8b+/c is one of the most aesthetic and beautiful lines in Oliana and far away from an easy route. The line was bolted by Carles Brasco, is 50 Meters long and starts with some easy climbing before an athletic boulder in the orange part of the rock demands power and body-tension. This first crux is followed by a very pumpy section, mainly on pockets, side-holds and crimps. Finally a very technical crimpy boulderproblem at 45 Meters height leads to the top.
Last autumn a friend of mine broke a part of a crimp in the top-crux and I broke an intermediate in the middle part of the route just a few days before sending. This does not change the grade of the route, but I think, it s a really hard one and many other people, who sent this beauty, think the same.
This January the weather in Catalunya was not as good as it was the last winters, many days were foggy and cold, followed by a few days with sun and very warm spring-temperatures and therefore a short window of good conditions. Thanks to a very inspiring international team we were, regardless of the weather, always super-psyched and motivated to try our best!! So I really enjoyed making fast progress and fighting in El Gran Blau.
Last Tuesday, 13 January, I could fulfill the goal of my trip and sent this amazing route!!
Thanks for the nice pics to Paolosartoriphotography and to the whole team for the great time together in Oliana.

HUMILDES PA CASA 8B+

Humildes Pa Casa, eine solide 8b+ und der Mega-Klassiker in Oliana schlechthin, ist für mich eine der besten Linien und daher habe ich mich echt sehr gefreut, diesen einzigartigen 50 Meter-Ausdauerhammer gepunktet zu haben! Es ist auch eine der ersten Routen, die in Oliana erschlossen wurde. Wenn man am Parkplatz ankommt und zu dieser beeindruckenden Wand hochschaut, sticht einem die markante Sinter-Linie Humildes Pa Casa sofort ins Auge und man wünscht sich nichts sehnlicher, als diese unglaubliche Route zu versuchen.
Ich habe die letzten paar Wochen gemeinsam mit meinem guten Freund, dem Schweizer Alpinisten Roger Schäli, in Oliana verbracht und wir hatten dort eine richtig gute Zeit mit einem super motivierten Team:
vom Auschecken der Projekte, übers Stürzen knapp vorm Umlenker, bis übers Klippen der Stände unserer Routen … das ist es, was das Klettern für mich so einzigartig macht: sein Bestes zu geben und dabei viel Spaß zu haben.

MIND CONTROL 8c+ !! :-)

Mind Control ist eine perfekte Route in Oliana (Spanien), die Züge sind einzigartig, Fels und Linie vom Feinsten, die Kletterei ist sehr ausgesetzt und die Aussicht vom Stand ist top. Die Route wurde von Chris Sharma eröffnet, die erste Damenbegehung verbuchte Daila Ojeda letztes Jahr für sich, Daila Ojeda war es auch, die mich zu dieser Route ermutigte.
Bereits im Februar, an dem Tag als Adam Ondra La Dura Dura 9b+ punktete und meine Freundin Andrea Cartas Fish Eye 8c kletterte, scheiterte ich total knapp am Durchstieg. Danach fiel ich noch ein paar Mal kurz vorm Umlenker und mußte schliesslich nach Hause fahren.
Als ich im März zurück nach Oliana kam, war der Ausstiegssinter total nass und es regnete immer wieder, das Wetter testete mich. Mind Control ging mir jedoch nicht aus dem Kopf. So probierte ich weiterhin und bewahrte mir all meine positive Energie für diese Route. Vor einigen Tagen war der Ausstiegssinter endlich perfekt trocken, meine Geduld hatte sich also gelohnt und ich bekam meine Chance, die ich auch nutzen konnte. Es war ein unglaubliches Gefühl in 45 Meter luftiger Höhe den Stand von Mind Control zu klippen, ein unbeschreiblich schöner Moment!!
Mind Control ist für mich die beste Route, die ich jemals probiert habe und bis dato auch meine schwerste Tour!!
Danke an die vielen netten Leute, mit denen wir in Oliana eine so lässige Zeit verbracht haben, gracias für die zahlreichen „Venga, venga“:-). Herzlichen Dank an Chris Sharma fürs Einrichten dieser Route, an Hannes, an Daila Ojeda sowie an das „Era Vella Climbing Team“ für die Motivation!!