Mundo Feliz 8b+ Andalucia

Gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel möchte ich Euch wieder einmal erzählen, was sich in den letzten Wochen bei mir so ereignet hat.

Nach einigen sehr arbeitsintensiven Monaten haben Hannes und ich den November, so gut es das Wetter zugelassen hat, zu Hause am Fels genossen. Mein Projekt in der Arena (Grazer Bergland) wurde heuer leider nicht mehr trocken, aber dafür gelang mir die benachbarte Route Trainingswahn 8a+ in nur wenigen Versuchen.

Obwohl die Bedingungen heuer alles andere als perfekt waren, gibt es für mich kaum etwas Schöneres als im Spätherbst daheim zu klettern. Ich liebe es, wenn sich das Laub der Wälder bunt verfärbt, wenn die Luft klar wird und wenn wir abends zuhause vor dem prasselnden Kaminfeuer ausspannen können.

Ende November machten wir uns dann schließlich auf nach Andalusien. Spanien ist mittlerweile beinahe so etwas wie unsere zweite Heimat geworden und unser Ziel hieß diesmal Villanueva del Rosario. Mit dabei waren unsere steirischen Freunde Alexandra und Much und somit stand dem Spaß und der Motivation beim Klettern nichts mehr im Wege! Auch unsere wiener Freunde Michi und Stefan Millonig konnten wir nochmals vor ihrem zweimonatigen Australientrip sehen und natürlich trafen wir einige unserer spanischen Freunde wie Andrea Cartas, Reme Arenas, Primo Palao, Ursula Callejas und noch viele mehr.

Wir fühlen uns in Spanien immer sehr willkommen. Der Süden des Landes gefällt Hannes und mir ganz besonders gut. Die malerischen weißen Dörfchen, die schönen Strände und die unglaubliche Felsqualität suchen wirklich ihresgleichen!

Gleich nach unserer Ankunft in Villanueva del Rosario begann ich an der fünfzig Meter langen Route „Mundo Feliz“, im Schwierigkeitsgrad 8b+, zu arbeiten. Viele Züge in der Tour sind sehr trickreich und aufgrund der zahlreichen Knieklemmer erfordert die Route nicht nur Kraft in den Unterarmen sondern auch in den Beinen.

Bei so langen Routen entscheidet letztlich immer die Psyche über Sieg oder Niederlage. Zum einen gilt es, sich sehr viele unterschiedliche Züge einzuprägen, zum anderen spielt neben der gesamtkörperlichen Fitness auch die richtige Taktik eine große Rolle.

Anfänglich möchte man sich schon nach der ersten Boulderpassage, im unteren Drittel der Route ins Seil setzen, aber der Schlüssel zum Erfolg ist es, sich von Versuch zu Versuch immer effizienter zu bewegen und somit halbwegs fit an den Rastpositionen anzukommen. Nach rund fünfundzwanzig Metern folgt die eigentliche Crux. Eine technisch anspruchsvolle Traverse an kleinen Griffen leitet zu einem miesen Schüttelpunkt. Danach wird die Kletterei sehr athletisch und es folgen weite Züge. Nun ist es essentiell den nötigen Kampfgeist für die rund zwanzig verbleibenden Meter Kraftausdauerkletterei an den Sintersäulen aufzubringen. Die Klipppositionen der Route sind vor allem im obersten Teil extrem anspruchsvoll und spätestens hier ist ein starker Kopf gefragt. Dennoch bin ich einige Male ganz knapp am vorletzten Haken rausgekippt.

Ich liebe so ewig lange Ausdauerrouten und habe riesigen Spaß daran, so richtig zu fighten und einfach nicht loszulassen. Erst wenn ich das Gefühl habe alles gegeben zu haben, bin ich mit mir zufrieden.

Nach einer Woche Erholung, Zuhause in Niederösterreich, sind Hannes und ich vor Weihnachten nochmals für ein paar Tage nach Malaga geflogen. Die Reise hat sich bezahlt gemacht, denn nun ist mir der Durchstieg von „Mundo Feliz 8b+“ souverän gelungen! Ich freue mich sehr das heurige Kletterjahr mit dieser, für mich persönlich sehr schönen, Leistung abzuschließen und sehe mit großem Elan und vielen neuen Projekten der kommenden Saison entgegen!

Euch allen herzlichen Dank für den Besuch meiner Website! Hannes und ich wünschen Euch weiterhin viel Spaß und Freude beim Klettern und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018 :-)