Tufaclimbing im Süden

 

Seit einigen Jahren verbringe ich mit meinem Mann Hannes immer wieder Zeit in den Klettergebieten Kataloniens. Im November nahmen wir uns jedoch vor, einmal ein Klettergebiet in Andalusien kennenzulernen. Und ich muss sagen – unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Die Felsqualität rund um Malaga ist einfach phantastisch. Für Villanueva del Rosario, wo wir eine Woche verbrachten, gibt es eigentlich nur eines zu sagen: steil, steiler, am steilsten. Dabei handelt es sich um eine beeindruckende, vorwiegend versinterte Wand, mit grandiosen, hauptsächlich langen Linien. Zufällig trafen wir dort unsere belgische Freundin Muriel Sarkany. Mit ihr,  Jules und einigen extrem sympathischen Locals waren wir in bester Gesellschaft. Für genügend Motivation am Fels war also gesorgt. Mir gelang es nach nur wenigen Versuchen eine wunderschöne 8a zu durchsteigen und ich machte mich im Anschluss sofort daran die Verlängerung, eine tolle 8b+, direkt neben La Rubia 8c+ (in meinen Augen „die Linie“ schlechthin), auszuchecken. Einsetzender Regen bereitete meinen Versuchen jedoch ein jähes Ende. Mit nassen Griffen wurde die Tour für mich unkletterbar, aber ich habe mir fest vorgenommen im nächsten Jahr zurückzukommen. Ich kann es kaum erwarten diese 8b+ oder vielleicht sogar La Rubia zu versuchen.

Wieder daheim im Wienerwald hatte ich das Privileg ein paar Freunde in der Kletterhalle Marswiese zu coachen. Es ist jedes Mal eine große Freude für mich ihre Motivation beim Training zu erleben und ihre Fortschritte beobachten zu dürfen!

Kurz vor Weihnachten gönnten wir uns wieder eine kurze Auszeit. Unsere Reise führte abermals in den Süden. Dieses Mal war unser Reiseziel Istrien! Schon vor längerer Zeit hatte unser italienischer Freund Andrea Polo von einer Perle direkt über dem Meer erzählt und ich muss gestehen, es ist einer der tollsten Felsen, den ich je gesehen habe. Unglaublich steil und mit einer Felsqualität, die man so kaum irgendwo findet. Die Aussicht direkt aufs Meer und die Ruhe dort machen diesen magischen Ort zu einem unserer neuen Lieblingsspots. Die Kletterei selber empfand ich als sehr hart. Jeder einzelne Zug in diesen steilen Routen ist ebenso kompromisslos wie die Schwierigkeitsbewertung. Nach zwei Tagen Eingewöhnung gelang mir mit „Total Extrem“ eine wunderschöne 8a – und ich nahm sofort das nächste Projekt in Arbeit.  „Venga Vecchio“ ist ebenfalls mit 8a bewertet, aber noch härter als „Total Extrem“, besonders der Boulder in der Mitte hat es in sich und auch beim Ausstieg darf man nichts anbrennen lassen. Es war ein perfekter Jahresausklang, auch noch diese tolle Linie zu punkten! Danke an unsere slowenischen Bekannten Gasper Pintar und Laura fürs Anfeuern. Wieder einmal ist eine Woche viel zu rasch vergangen und ich hoffe, dass das Wetter in Istrien auch im Jänner gut sein wird. Hannes und ich würden gerne noch ein paar weitere Tage in der Gegend verbringen um dort zu klettern und neue Gebiete kennenzulernen. Speziell in der Umgebung der malerischen Stadt Buzet gibt es eine Menge Massive, die wir noch nicht kennen. Zuvor geht’s jedoch für einige Tage nach Hause um den Start ins Neue Jahr gemütlich daheim in Österreich zu verbringen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meiner Website einen guten Rutsch ins Neue Jahr und viele schöne und erfolgreiche Klettertage 2017!

Abschließend möchte ich mich zum Ende des für mich so erfolgreichen Jahres 2016 bei meiner Familie, meinen Freunden, meinen Fotografen und meinen langjährigen Sponsoren herzlich für die wertvolle, gemeinsame Zeit und für die tatkräftige Unterstützung bedanken. Mit und Dank euch werde ich meine Träume und Ziele nie aus den Augen verlieren.

Prosit Neujahr!