Springclimbs

Die Woche vor Ostern haben wir uns ein paar Tage Auszeit auf meiner Lieblingsinsel Mallorca gegönnt. Bilder sagen mehr als Worte, daher ein update mit Fotos von unserer Reise. Nun bin ich, solange das Wetter hält, in den kommenden Wochen für Projekte zu Hause motiviert. Hannes hat seine neue Kamera in einer dieser tollen Routen getestet. Kraftige und technische Moves, eine richtige Herausforderung! Ich hoffe, Ihr seid auch schon fleißig am anwerken und genießt den Frühling :-)

Margalef

Anfang Jänner flohen Hannes und ich vor der Kälte des heimischen Winters in das spanische Klettergebiet Margalef.

Dort erwarteten uns zwei Wochen perfektes Winterwetter und Klettern in der Sonne. Wir hatten außergewöhnliches Glück denn normalerweise ist es in der Sonne sogar um diese Jahreszeit oft schon zu warm zum Klettern.

Dieses Mal war es jedoch so richtig angenehm.

Spanische Uhren ticken ein wenig langsamer als bei uns in Österreich – für Hannes und mich bedeutet das jedes Mal Erholung pur.

Wir genossen die Ruhe des idyllischen Kletterdörfchens Cornudella de Montsant. Die herrliche Landschaft links und rechts der Straße auf der Fahrt nach Margalef und den Ausblick vom Klettersektor oberhalb des Dorfes.

War die Kletterei für mich in den ersten Tagen noch etwas gewöhnungsbedürftig und pumpig, so kam ich doch nach wenigen Tagen wieder in meinen „Flow“ und neben vielen schönen Genussrouten gelangen mir auch meine ersten 8a’s in diesem Jahr.

„Que t’angoixa, Nuria“ u. „Adios Paquito“

Die beiden Routen weisen einen völlig unterschiedlichen Charakter auf.

Während Erstere hauptsächlich Ausdauerkraft an 2-Finger Löchern abverlangt und sehr raue Griffe aufweist,  ist „Adios Paquito“ sehr steil.

Diese Route startet mit einer Bouldertraverse verläuft danach an relativ angenehmen, hautschonenden, Löchern durch einen weitausladenden Überhang.

Wir haben viele unserer Freunde in Margalef wiedergetroffen und auch Andrea Cartas und Carlos Padilla, unsere Freunde aus Madrid, leisteten uns Gesellschaft.

Es fühlte sich für mich richtig heimisch an. Wir kletterten den ganzen Tag miteinander und ließen abends den Tag bei Tapas und Bier ausklingen.

Mit frischem Elan und voller Energie sind wir nach zwei Wochen klettern in der spanischen Sonne wieder in unserem Job durchgestartet und morgen geht’s bereits auf die Ispo nach München.

Der Februar wird für mich sehr arbeitsintensiv daher wünsche ich euch schon jetzt  einen angenehmen Monat.

Mallorca

Mit viel Spaß und jeder Menge cooler Routen blicken wir auf eine erfolgreiche Zeit auf Mallorca zurück. Milde Temperaturen, strahlender Sonnenschein, türkisblaues Meer und weit weg vom Weihnachtstrubel, was gibt es besseres als eine Woche vor Weihnachten so zu verbringen? So einige Klettergebiete haben wir in dieser Zeit unsicher gemacht und unsere mallorquinischen Freunde Neus Colom und Carlos Raimundo zeigten uns einige der besten Linien auf der Insel. Es gibt viele Gründe um bald wiederzukommen! Und an den Tagen, an denen wir nicht klettern waren, haben wir uns die schönsten Ecken dieser bezaubernden Insel, weit weg vom Massentourismus, angesehen und uns kulinarisch verwöhnen lassen.

Euch allen herzlichen Dank für den Besuch meiner Website! Hannes und ich wünschen Euch weiterhin viel Freude beim Klettern, schöne Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2019 :-).

Phallus Dei 8b, Arena

 

Mit der Begehung von „Phallus Dei“ (8b) ging für mich ein großer Wunsch in Erfüllung!

Warum ist diese Route für mich so etwas Besonderes?

Steil, beeindruckende Linie, abwechslungsreiche Kletterei, extrem pumpig, ein Ausstiegsboulder mit einem außergewöhnlichen Move.

Der Klassiker! Diese legendäre Route wurde 1986 von Robert Kerneza erstgegangen und rangierte zu dieser Zeit unter den ersten 10er Routen weltweit! Die Route befindet sich in der Arena, nahe bei Graz und als gebürtige Steirerin klettere ich natürlich besonders gerne im grünen Herzen Österreichs. Die lokale Kletterszene ist extrem sympathisch und gemeinsam mit den anderen fitten Mädels und Burschen pushten wir uns gegenseitig in den schweren Routen.

Mein Mann Hannes und ich wohnen ja seit Langem in Niederösterreich. Die Arena liegt also nicht gerade um’s Eck, aber die eineinhalb Stunden Autofahrt über den Semmering nahmen wir dennoch oftmals gerne in Kauf. Das Problem in der Arena sind in erster Linie die Bedingungen! Vor allem in der hinteren Arena, wo sich die Route „Phallus Dei“ befindet, bleibt es meist lange nass und wenn es wärmer wird, kondensiert die Luftfeuchtigkeit am Fels.

Kurz gesagt: es gibt wenige Tage im Jahr, an denen gute Bedingungen vorherrschen. Es so zu timen, dass man gerade dann vor Ort ist, vor allem wenn man nicht dort wohnt und auch noch die Fitness für einen Durchstieg hat, ist eine große Herausforderung.

Ich habe die Moves von „Phallus Dei“ bereits im letzten Sommer ausgecheckt, aber die Route war bei unseren Besuchen eigentlich nie wirklich trocken und außerdem hatte ich für den 2-Finger-Zug im Ausstiegsboulder noch keine optimale Lösung parat.

Also kletterte ich die benachbarte Route „Trainingswahn“ 8a+ und verschob mein eigentliches Ziel auf heuer.

Als wir Anfang Mai von Spanien zurückkamen, wurde „Phallus Dei“ nach nur einem Tag des Probierens waschelnass. Mai und Juni gestalteten sich im Grazer Bergland wettertechnisch äußerst schlecht, es regnete immer wieder und die Route trocknete einfach nicht auf. Daher konnte ich erst im Sommer mit ernsthaften Versuchen in der Route beginnen. Obwohl es diesen Sommer in Österreich extrem heiß war, gelang es mir zwar in Abständen aber dennoch regelmäßig zur Phallus zu schauen.

Bei miesesten Bedingungen versuchte ich mir die Fitness für die Tour aufzutrainieren. Die Züge sind extrem pressig und besonders die runden Zangengriffe forderten meine Ausdauer, auch gibt es nur zwei, nicht wirklich gute, Raster und das Schwierigste kommt zum Schluss. Oftmals waren wir tagsüber zum Baden und schauten dann am Abend noch auf einen Sprung in die Arena.

Zum Glück für meine Motivation waren wir dort fast nie allein. Für mich ist „Phallus Dei“ die perfekte Tour, obwohl sie mir von der Art der Kletterei nicht entgegengekommen ist. Eigentlich sind alle Züge weit, das summiert sich und für den Crux-Boulder musste ich ein wenig tüfteln um eine, für mich passende, Lösung zu finden. Im August fand ich schließlich heraus, dass ich vom 2-Fingerloch nicht direkt auf den Rettungshenkel schnappen konnte, sondern diesen Griff zuerst nur ganz unten erwischte, und dann nachschnappen musste, wo er viel besser war. In weiterer Folge musste ich mit der rechten Hand dazugreifen. Links benützte ich einen miesen Reibungstritt der näher am 2-Fingerloch war, als der markante Tritt den vermutlich die meisten anderen Kletterer für den Boulder verwenden. Diesen konnte ich mit meiner Größe jedoch nicht erreichen. Das Tolle am Klettern ist, das es oft verschiedene Lösungsmöglichkeiten für einzelne Passagen gibt. Als ich den Boulder schließlich perfekt draufhatte, war ich total glücklich. Ab dem Moment stand für mich fest, ich würde die Tour bestimmt irgendwann durchsteigen können.

Im September herrschten schließlich erstmals brauchbare Bedingungen vor und ich konnte mit ernsthaften Versuchen beginnen. Der tägliche Blick auf den Wetterbericht wurde zu einem Psychokrimi! Immer wieder waren Regenfälle angesagt und in meinem Kopf ratterte es: „Wird der Sloper in der Mitte, von dem ich klippe, wieder nass werden oder hält der Fels dem Wasser noch stand und ich kann weiter probieren“?

Ich muss gestehen, die Bedingungen für die Route und die Nässeanfälligkeit der Arena waren für mich eine große mentale Herausforderung. Geduld ist auch nicht unbedingt meine Stärke. Ich bin aber richtig stolz, dass ich mich dieser Challenge gestellt habe und mich nicht von meinem Ziel abbringen ließ.

Man konnte von Zuhause aus nie abschätzen, ob die Arena trocken oder nass sein würde, das wissen oft nicht einmal die Locals, die schon jahrelange in diesem Gebiet klettern. Die Arena hat ihre eigenen Gesetze. Jedenfalls konnte ich im Herbst schließlich immer wieder gute Versuche in der Tour machen, gestoppt von einzelnen Tagen, an denen es zu nass war.

Im Oktober war ich schon superknapp am Durchstieg dran. Zweimal kletterte ich bis zur Ausstiegscrux. Beim ersten Mal war ich jedoch total überrascht, dort oben so frisch anzukommen, so dass ich mir zu wenig Zeit nahm um das 2-Fingerloch sauber einzufädeln. Zudem zog ich mir eine tiefe, blutende Schürfwunde am Finger zu, was eine Pause von einer ganzen Woche bedeutete. Als ich beim 2. Mal an der Ausstiegscrux ankam, war ich nicht mehr ganz so frisch und rutschte daher wiederum aus dem 2-Fingerloch.

Am Mittwoch, den 14.11.2018 war es dann jedoch soweit! Ich hatte extra zwei Rasttage eingelegt um physisch und psychisch möglichst fit zu sein. Wir wärmten in der angenehmen Herbstsonne auf und los ging es.

Alle Züge haben sich während des Durchstieges souverän angefühlt, ich hatte alles unter Kontrolle und spürte keinen Pump. Es fühlte sich plötzlich alles so perfekt an!

Als ich schließlich beim letzten Bolt vor der Abschlußcrux nochmals schüttelte, wurde ich erstmals nervös.

Ich sagte mir: „ Jetzt total konzentrieren und sauber das rechte Knie nach unten drehen und das 2-Fingerloch langsam und entschlossen einfädeln. Nochmals fällst du hier nicht raus“ … und es hat funktioniert!

Ich habe es auf den Punkt gebracht und sobald ich den linken Griff in der Hand hielt, schoss mir so viel Adrenalin durch den Körper, dass sich jeder weitere Zug wie in Trance anfühlte. Bis zum Stand blieb ich höchst konzentriert und als ich das Top klippte entkam mir ein lauter Freudenjuchzer.

Ich bat Hannes mich noch ein bisschen am Stand baumeln zu lassen um den Moment so richtig genießen zu können. Das Gefühl in dem Moment war einfach unbeschreiblich! Meine Freude war überwältigend!

Ich habe mich für diesen Durchstieg wirklich sehr angestrengt, mich nicht von miesen Bedingungen oder meinem Finger (den ich mir bei der Crux immer wieder aufgerissen hatte) abhalten lassen und wurde nun dafür belohnt.

„Phallus Dei“ ist eine Traumlinie, eine meiner Lieblingstouren, sie nimmt in meiner Kletterkariere einen ganz besonderen Platz ein und hat einen sehr hohen Stellenwert.

Ganz besonders freut mich auch, dass die Route, die es schon seit 1986 gibt, heuer endlich die ersten zwei Damenbegehungen (durch Waltraud Anderle und mich) in ihrer Geschichte bekommen hat.

Schlussendlich möchte ich mich bei Hannes bedanken, ohne dessen Unterstützung dieses Ziel nicht realisierbar gewesen wäre. Bei Horst für die vielen Wetterinfos, bei allen Locals für stets positive Vibes und bei Michael Maili von Bigwall Productions (www.mmARts.at) für die tollen Fotos.

 

 

 

Catalunya

Seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder ein ganzes Weilchen vergangen.

Der Grund dafür ist einfach erklärbar:

Seit ich wieder mehr arbeite, verwende ich weniger Zeit dazu übers Klettern zu schreiben oder auf Social Media zu posten, um noch genug Zeit zum Klettern zu haben ;-).

Dennoch habe ich mir vorgenommen, in regelmäßigen Abständen meine Website zu aktualisieren, da es zum Glück immer aktuelle, coole Fotos von mir und unseren Reisen gibt.

Aber alles der Reihe nach!

Im Jänner sind Hannes und ich für eine Woche nach Oliana gefahren um dem österreichischen Winter zu entfliehen. Nachdem wir in diesem Gebiet schon sehr viel Zeit verbracht haben, einigten wir uns darauf „nur“ eine Woche vorbeizuschauen und auf den nächsten Reisen wieder neue Gebiete kennenzulernen. Dieses Mal hatte ich auch nicht vor, mir ein hartes Projekt zu suchen und so konnte ich es richtig genießen den 8a Klassiker „Mishi“ zu punkten. Im Anschluss fuhren wir weiter nach Margalef um dort unsere spanischen Freunde Andrea Cartas und Carlos Padilla aus Madrid zu treffen. Die beiden erwarteten uns schon und gemeinsam mit ihnen versuchte ich eine wunderschöne 8b namens „Freestyler“ im Sektor Purgatori. Die Route ist für Margalef eher untypisch. Nicht nur, dass sie streckenweise entlang an Sintersäulen verläuft, weist sie zudem auch noch einige extrem weite, pressige Züge auf. Lediglich die erste Hälfte der Tour ist, wie in Margalef üblich, vorwiegend Lochkletterei. Die Schlüsselsequenzen sind ein dynamischer Zug aus einem Einfingerloch heraus und ein Boulder in der Mitte der Route an kleinen Leisten. Drei Tage reichten mir um die Tour gut auszuchecken. Vor allem auch weil mich Andrea und Carlos mit wertvollen und zeitsparenden Tipps versorgten. Für den Durchstieg war die Zeit doch zu knapp aber bei der Abreise war ich entschlossen wiederzukommen. Die Tour ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Vorher stand wieder die Arbeit im Vordergrund und wir fuhren auf die Ispo, (Wintersportmesse in München), um dort Kunden zu betreuen und meine Sponsoren zu treffen.

Der März war deshalb wieder mit viel Arbeit gefüllt. Mit Arbeit, die mir großen Spaß macht und die mir sehr viel Freude bereitet. (die Abwechslung zwischen sportlicher und beruflicher Herausforderung gefällt mir richtig gut).

Im April war es schließlich wieder soweit. Drei herrliche Wochen Urlaub in Spanien standen auf dem Programm und da viele Sintergebiete nass waren, fuhren wir wieder nach Margalef. Leider wurde mein Projekt „Freestyler“ nach nur zwei Tagen des Probierens nass und es regnete fast eine ganze Woche ohne Unterlass.

Da Hannes und ich erholungsbedürftig vom stressigen März waren, störte uns das nicht allzu sehr. Spanien ist inzwischen beinahe zu unserer zweiten Heimat geworden und wir haben dort mittlerweile einen großen Freundeskreis gewonnen.

Schließlich reisten uns unsere guten Freunde Michi und Stefan Millonig-Mehlführer aus Wien nach und brachten positive Vibes und schönes Wetter mit.

Die letzten zehn Tage unseres Spanienaufenthaltes gab es zum Glück doch ganz passable Bedingungen. Da „mein“ Freestyler noch einige Tage zum Auftrocknen brauchte, besuchten wir in der Zwischenzeit andere Sektoren und im Sektor Tenebres konnte ich die wirklich lässige und steile 8a „Pativa Satatica“ durchsteigen.

Endlich war der „Freestyler“ trocken und auch die Zeit reichte dieses Mal aus, um meine erste 8b im heurigen Jahr zu punkten.

(Hoffentlich folgen noch ein paar weitere;-).

Das Wichtigste aber ist es immer noch die Zeit beim Klettern zu genießen. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Frühling!

Mundo Feliz 8b+ Andalucia

Gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel möchte ich Euch wieder einmal erzählen, was sich in den letzten Wochen bei mir so ereignet hat.

Nach einigen sehr arbeitsintensiven Monaten haben Hannes und ich den November, so gut es das Wetter zugelassen hat, zu Hause am Fels genossen. Mein Projekt in der Arena (Grazer Bergland) wurde heuer leider nicht mehr trocken, aber dafür gelang mir die benachbarte Route Trainingswahn 8a+ in nur wenigen Versuchen.

Obwohl die Bedingungen heuer alles andere als perfekt waren, gibt es für mich kaum etwas Schöneres als im Spätherbst daheim zu klettern. Ich liebe es, wenn sich das Laub der Wälder bunt verfärbt, wenn die Luft klar wird und wenn wir abends zuhause vor dem prasselnden Kaminfeuer ausspannen können.

Ende November machten wir uns dann schließlich auf nach Andalusien. Spanien ist mittlerweile beinahe so etwas wie unsere zweite Heimat geworden und unser Ziel hieß diesmal Villanueva del Rosario. Mit dabei waren unsere steirischen Freunde Alexandra und Much und somit stand dem Spaß und der Motivation beim Klettern nichts mehr im Wege! Auch unsere wiener Freunde Michi und Stefan Millonig konnten wir nochmals vor ihrem zweimonatigen Australientrip sehen und natürlich trafen wir einige unserer spanischen Freunde wie Andrea Cartas, Reme Arenas, Primo Palao, Ursula Callejas und noch viele mehr.

Wir fühlen uns in Spanien immer sehr willkommen. Der Süden des Landes gefällt Hannes und mir ganz besonders gut. Die malerischen weißen Dörfchen, die schönen Strände und die unglaubliche Felsqualität suchen wirklich ihresgleichen!

Gleich nach unserer Ankunft in Villanueva del Rosario begann ich an der fünfzig Meter langen Route „Mundo Feliz“, im Schwierigkeitsgrad 8b+, zu arbeiten. Viele Züge in der Tour sind sehr trickreich und aufgrund der zahlreichen Knieklemmer erfordert die Route nicht nur Kraft in den Unterarmen sondern auch in den Beinen.

Bei so langen Routen entscheidet letztlich immer die Psyche über Sieg oder Niederlage. Zum einen gilt es, sich sehr viele unterschiedliche Züge einzuprägen, zum anderen spielt neben der gesamtkörperlichen Fitness auch die richtige Taktik eine große Rolle.

Anfänglich möchte man sich schon nach der ersten Boulderpassage, im unteren Drittel der Route ins Seil setzen, aber der Schlüssel zum Erfolg ist es, sich von Versuch zu Versuch immer effizienter zu bewegen und somit halbwegs fit an den Rastpositionen anzukommen. Nach rund fünfundzwanzig Metern folgt die eigentliche Crux. Eine technisch anspruchsvolle Traverse an kleinen Griffen leitet zu einem miesen Schüttelpunkt. Danach wird die Kletterei sehr athletisch und es folgen weite Züge. Nun ist es essentiell den nötigen Kampfgeist für die rund zwanzig verbleibenden Meter Kraftausdauerkletterei an den Sintersäulen aufzubringen. Die Klipppositionen der Route sind vor allem im obersten Teil extrem anspruchsvoll und spätestens hier ist ein starker Kopf gefragt. Dennoch bin ich einige Male ganz knapp am vorletzten Haken rausgekippt.

Ich liebe so ewig lange Ausdauerrouten und habe riesigen Spaß daran, so richtig zu fighten und einfach nicht loszulassen. Erst wenn ich das Gefühl habe alles gegeben zu haben, bin ich mit mir zufrieden.

Nach einer Woche Erholung, Zuhause in Niederösterreich, sind Hannes und ich vor Weihnachten nochmals für ein paar Tage nach Malaga geflogen. Die Reise hat sich bezahlt gemacht, denn nun ist mir der Durchstieg von „Mundo Feliz 8b+“ souverän gelungen! Ich freue mich sehr das heurige Kletterjahr mit dieser, für mich persönlich sehr schönen, Leistung abzuschließen und sehe mit großem Elan und vielen neuen Projekten der kommenden Saison entgegen!

Euch allen herzlichen Dank für den Besuch meiner Website! Hannes und ich wünschen Euch weiterhin viel Spaß und Freude beim Klettern und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018 :-)

Spanish Business

Mein letzter Eintrag ist schon ein ganzes Weilchen her, aber die Zeit war so intensiv mit Arbeit ausgefüllt, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. In den vergangenen Wochen habe ich eine Menge spanische Climbingshops besucht um die brandneue Sommerkollektion 2018 von E9 zu präsentieren. Zusätzlich haben Hannes und ich mehrere Kooperationsevents organisiert um E9 in Spanien noch ein wenig bekannter zu machen. Ich hoffe, dass die Marke den spanischen Kletterern genauso gut gefällt wie mir selbst.

Im Anschluss an diese anstrengenden Wochen war ich für Metolius und Sterling Ropes in Italien auf Tour.

Natürlich habe ich die Zeit in Spanien auch zum Klettern genutzt. Wir haben erstmals das Baskenland besucht und ich war total begeistert von den vielen tollen Routen im Klettergebiet Oñati. Die meisten bieten so richtig pumpige, ausdauernde Sinterkletterei. (Ganz nach meinem Geschmack). Bei diesem Besuch bin ich aber eher einfachere Climbs, wie die wunderschöne Route „Sonata“ (7c), geklettert. Nächstes Jahr werde ich aber bestimmt auch die härteren Routen dort versuchen.

Die Reise führte uns auch in die bekannten Gebiete Margalef und Tres Ponts, wo mir neben einigen anderen Routen auch noch eine lässige, steile 8a gelungen ist. Die Region um Oliana ist ja bereits wie eine zweite Heimat für uns und ich kann es kaum erwarten, im nahenden Winter dorthin zurückzukehren.

Die Bedingungen in Spanien waren jedenfalls auf alle Fälle deutlich besser als im Grazer Bergland, wo ich diesen Sommer mit meinem Projekt kein Glück hatte. Ich konnte mich auch trotz der schlechten Verhältnisse immer wieder auf das Neue motivieren aber die hohen Temperaturen und die extreme Luftfeuchtigkeit machten mir einfach bei jedem Besuch einen Strich durch die Rechnung. Wenige Tage vor meiner Abreise nach Spanien machte dann einsetzender Regen meine Hoffnungen endgültig zunichte. Die Route war einfach nie trocken! Wenigstens habe ich ein motivierendes Ziel für das kommende Frühjahr.

Bis dahin aber wünsche ich uns allen, dass wir noch einen wunderschönen, goldenen Herbst mit der einen oder anderen tollen Route haben werden!

Genießt die Zeit :-)

Dalmatia

Die letzten Wochen sind wieder einmal wie im Flug vergangen und nachdem mir die erste Wiederholung der wunderschönen Route „Schweinepriester“ (8b) in Kärnten gelungen war, beschlossen wir eine Urlaubswoche in Kroatien zu verbringen!

Ich liebe Abwechslungen und versuche jede Möglichkeit, um neue Routen und Klettergebiete kennenzulernen, zu nutzen.

Freunde hatten uns von der Insel Brac und dem Klettergebiet Smrka vorgeschwärmt und ich muss sagen, unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Brac ist eine wunderschöne, grüne Insel im türkisblauen Meer und die Strände sind einfach atemberaubend. Auch das Klettergebiet selbst könnte kaum schöner sein. Meist bietet es lange Ausdauerrouten an versinterten Strukturen, garniert mit der einen oder anderen Boulderstelle. Die Schwierigkeit der Routen bewegt sich vorwiegend im Bereich 7c+ bis 8b. Total motiviert gelangen mir die beiden 8a’s „Happyiness Therapie“ und „I believe I can fly“ in nur wenigen Versuchen.

Abseits der Kletterei hatten wir aber noch genügend Zeit zum Relaxen am Strand und zum Schwimmen. Abends genossen wir die feine, dalmatinische Küche. Für Hannes und mich bietet Brac die perfekte Mischung um einen relaxten Kletter- und Strandurlaub zu verbringen. Wir werden nächstes Jahr auf alle Fälle wieder einen Trip nach Dalmatien einplanen!

Im Anschluss an diese herrliche Urlaubswoche sind wir kurz entschlossen für zwei Tage nach Barcelona geflogen, um unsere Freunde in Chris Sharmas Boulderhalle „Sharma-Climbing“ zu treffen und einen gemeinsamen Event mit E9 zu besprechen. „Open Sharma“ findet nun am 16. September statt und falls Ihr zufällig in der Gegend seid, müsst ihr unbedingt vorbeischauen. Danach ging es für uns gleich direkt weiter nach Deutschland um Sponsoren, Freunde und Kunden auf der Outdoor Messe in Friedrichshafen zu treffen. Auf der Heimreise legten wir noch einen Zwischenstopp in der Schweiz ein um meine Familie zu besuchen bevor wir uns wieder nach Hause aufmachten.

In den nächsten Wochen warten eine Menge beruflicher Herausforderungen auf uns, auf die ich mich sehr freue und zusätzlich arbeite ich im Moment sehr motiviert an einem Kletterprojekt in der Nähe unseres Zuhauses.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sommer, genießt die Zeit!

 

 

 

 

Schweinepriester

Very happy to clip the chains on „Schweinepriester“ in Carinthia :-) This beautiful 42m line was opened by our friend Mario Schautz last spring and I did the first repetition last Wednesday! I think 8b is appropriate for the grade corresponding to this area. I climbed a slightly different variant than Mario, because I preferred the grey technical solid rock after the middle part. Two weeks ago I fell on the very last move, but than a lot of rain made the tufas soaking wet. Finally the route dried up and this time I managed to climb to the chain without getting too pumped for the final crux near the top! Such long lines are always a big challenge for the mind! Thanks to Mario for bolting, to Hannes for nice pics & belays, to Cuzl for condition-updates and to all locals for good times together!

Istrien & Spanien

Mitte Jänner verbrachten Hannes und ich ein paar Tage in Istrien. Dort kletterten wir in Kompanj, einem Gebiet nahe des malerischen Städtchens Buzet. Gemeinsam mit Christoph Detschmann und Rubina Medea versuchte ich die Route „Rocket Max“ 8a+/b. Die kleinen Griffe in der sehr steilen Wand forderten mich anfangs gewaltig heraus aber dank Rubi und Christoph konnte ich mich super für diese Tour motivieren und mit der Zeit fanden sich auch echt coole Lösungen für die anstrengenden Züge. Zum Glück reichte die Zeit für einen Durchstieg, bevor wir nach Hause fahren mussten. Glückwunsch auch an Christoph und Rubi, die die Route ebenfalls souverän punkteten.

Ende Jänner ging es dann für uns zur Ispo nach München. Wie immer machte es großen Spaß alte Freunde und Sponsoren zu treffen. Im Anschluss an diese schöne, aber dennoch anstrengende, Woche musste ich mich einer Zahn-OP unterziehen. Mit Klettern war deshalb vorerst einmal Schluss. Dafür nutzte ich die Zeit um mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Nämlich dem Aufbau eines Vertriebsnetzes für das italienische Klettermodenlabel E9 in Spanien. Den ganzen März war ich deshalb quer durch Spanien unterwegs um die superschöne Winterkollektion zu präsentieren. Dank meiner spanischen Freunde konnte ich mein Spanisch auch in kürzester Zeit von „Kletterspanisch“ auf brauchbares „Geschäftsspanisch“ optimieren. Diese neue Arbeit macht mir wirklich Freude und ich hoffe, dass E9 in Spanien gut anlaufen wird. Trotz dieser, sehr arbeitsintensiven Zeit, gelang es mir ab und zu in Oliana zu klettern. Die Stimmung am Fels war wie immer außergewöhnlich. Es waren gerade einige extrem starke Kletterer vor Ort und es war eine große Freude für mich, Teil dieser internationalen Kletter-Community zu sein. Kurz vor meiner Abreise gelang mir dort noch die extrem schöne, aber auch sehr fordernde Route „Mon Dieu“ 8a+. Einen netteren Abschluss dieses Spanien-Abenteuers hätte ich mir gar nicht vorstellen können.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in den Frühling. Hasta pronto Espana!